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Bibliotheken mit Tradition verfügen über unermessliche Schätze. Bücher und Handschriften, von denen man sich wünscht, dass sie sprechen könnten, deren Inhalt oder Geschichte den Horizont erweitern. Auch die 1543 gegründete Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) hat Stücke von weltweiter Bedeutung. Da sie diese im Original nicht dauerhaft ausstellen kann, künden ab dem 13. Mai 2015 große Glastafeln in der Bibliotheca Albertina, dem Hauptgebäude der UBL, von den Schätzen im Tresor. „Wir zeigen Handschriften und frühe Drucke in Vergrößerung und machen sie so anziehend für das moderne, medienverwöhnte Auge. Damit sich ihre Bedeutung erschließt, wollen wir Hintergrundinformationen bieten“, sagt Ulrich Johannes Schneider, Direktor der UBL. „Ergänzend zur Internetpräsenz können Besucher sich den Kontext der Werke über ein ausstellungsbezogenes WLAN vor Ort abrufen. Eine technische Lösung, die auf unser Besucherpublikum zugeschnitten ist, und sich mit der shoutr.Boxx wunderbar verwirklichen lässt.“

Digitale Informationen über ein autarkes WLAN

Die „shoutr.Boxx“ stellt ortsbezogen ein eigenes Hochgeschwindkeits-WLAN bereit. Auch ohne Anbindung ans Internet überträgt die Boxx digitale Inhalte an ins WLAN eingewählte mobile Endgeräte in ihrer Nähe. Mehrere shoutr.Boxxen verwandeln als autonomes Netzwerk ein Gebäude in ein lokales Informations- und Interaktionsnetzwerk. Die bereitgestellten Inhalte gestalten die Kunden über ein eigenes Content-ManagementSystem (CMS). Erweitert werden kann das WLAN um eine eigene App und Beacons. Die Beacons werden neben den Objekten angebracht, für die Hintergrundinformationen vorliegen. Haben sich Besucher die kleine App heruntergeladen, signalisieren sie den Smartphones in ihrer Nähe, dass zu diesem Objekt Informationen verfügbar sind. Albertina-Direktor Schneider entschied sich jedoch zunächst bewusst gegen eine eigene App: „Wir wollten es so simpel sie möglich halten. Erweitern können wir das Angebot immer noch.“

Auch Museen setzen auf individuelle Hintergrundinformationen

Die erweiterte Version begeistert wiederum Anne Hoffmann, Assistenzkuratorin der Museen der „Villa Vauban“ in Luxemburg: „Mit meiner Recherche für eine eigene App, die unseren Besuchern auf ihren Smartphones und Tablets multimediale Informationen zu unseren Objekten bereitstellt, begann ich bereits vor vier Jahren. Die verfügbaren Angebote waren jedoch teuer oder statisch. Wir haben alle drei bis vier Monate eine neue Ausstellung. Da kann ich nicht jeweils Wochen vorher einen extra eingestellten Mitarbeiter damit beschäftigen, die neuen Informationen in das System einzugeben. Das muss mit dem bestehenden Team und ohne extra Schulungen funktionieren“. Ihr Anspruch ist eine schnelle, verständliche und dynamische Lösung. „Im Testlauf haben wir in das CMS der shoutr.Boxx 90 Prozent der Inhalte innerhalb von vier Stunden eingepflegt. Genau so habe ich mir das gewünscht.“ Von der Notwendigkeit des technisch erweiterten Informationsangebots ist Hoffmann überzeugt. „Gerade wenn Museen Objekte ausstellen, deren Wert und Bedeutung sich nicht allein durch ihre Ästhetik erschließt, müssen sie die Geschichten der Objekte lebendig machen, um als Anlaufpunkt interessant zu bleiben.“

Mehr als ein Audioguide: Ein multimediales Angebot

Die shoutr.Boxx bietet dem Besucher mehr als das gesprochene Wort des weitverbreiteten Audioguides. Ob Text, Bild, Video, 3DGrafik oder Audiodatei – die Wahl der bereitgestellten Information trifft jeder selbst. Die ganze Palette an Möglichkeiten setzt zurzeit die Tutanchamun-Ausstellung in München ein. Dort werden multimediale Inhalte über 30 shoutr.Boxxen und mit 50 Beacons auf rund 2.200 qm Fläche bereitgestellt. (KulturBetrieb)